Auch wenn man am Gras reisst, wächst es deshalb nicht schneller

Heute hatte ich einen interessanten Austausch mit einer Kollegin. Sie ist neuer im Agile Coaching Geschäft und hat mir geschildert, dass sie teilweise die Geduld nur schwer aufbringen kann, ihre Kunden mit auf dem agilen Weg zu begleiten. Sie hat selbst so viel Feuer für die Sache und es kann ihr nicht schnell genug gehen.

Als ich mit dem Coaching gestartet bin, bzw. generell in den ersten Jahren meiner Berufszeit hatte ich sehr oft genau das gleiche Gefühl. Ich war voller Energie für ein Thema entbrannt. Damit wir als Team jeweils möglichst schnell vorwärts kamen, habe ich sehr viel von meiner eigenen Energie in die Sache gesteckt. Hab somit (alle) angetrieben.

Mit der Zeit ist mir bewusst geworden, dass dies zum einen Raubbau an meiner Energie ist und zum anderen nicht wirklich Zielführend. Muss nicht jeder den Weg selbst gehen, in seiner eigenen Geschwindigkeit? Muss ich nicht den anderen die Chance geben, ihre eigenen Erfahrungen zu machen?

Und wenn man am Gras reisst, wächst es ja deshalb nicht schneller.

Heute nehme ich mich oft bewusst zurück, lasse die anderen den Weg selbst gehen. Ich gehe als Coach neben ihnen und weise sie ab und zu auf Wegweiser, Hindernisse und Brücken hin. Mehr kann (und will) ich nicht investieren.

Dies hat zur Folge, dass meine Energiebilanz viel besser ist und meine Kollegen ihre eigenen Erfahrungen in ihrer Veränderungsgeschwindigkeit (z.B. in Richtung Agile) machen können.

Aus meiner Sicht klar eine Win-Win-Situation :-).

 

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