Agilität meets Soziale Arbeit

Letzte Woche durfte ich (mit Ruedi) einen Workshop auf der Change Tagung für soziale Arbeit (Thema „Identität in der neuen Arbeitswelt“) anbieten.

Wo haben Agilität und Sozial Arbeit Gemeinsamkeiten?

Sinnhaftigkeit: der tiefe Wunsch nach der Sinnhaftigkeit unserer Arbeit liegt Beidem zugrunde. Sinnhaftigkeit ergibt sich oft auch mit dem Grad der Gestaltungsfreiheit. Bei agilen Methoden wird eingefordert, dass der Mitarbeiter möglichst viel Gestaltungsfreiraum hat und Verantwortung für seine Arbeit / die Teamarbeit übernehmen muss. Dies kann eine ungewohnte Situation sein, der ich als Coach Beachtung schenken muss.

Gruppen-/ Teamarbeit: in beiden Disziplinen ist das Team / die Gruppe (hier als Synonym betrachtet) des Pudels Kern. Geht Agilität ohne Team? Agilität heisst ja, Kompetenzen im Umgang mit Unsicherheit und Veränderung  erwerben, damit Komplexität gewältigt werden kann. Ich bin der Meinung, die Bewältigung von Komplexität funktioniert eh nur im Team. Und wie das Team zusammenarbeitet ist somit ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg bei der agilen Produktentwicklung.

Mobiler Arbeitsplatz: Bis anhin haben sich Arbeitnehmer stark mit ihrer Firma identifiziert. Ihr Arbeitsplatz war mehrheitlich an einem Ort, in einem Team verwurzelt. Mit den neuen, mobilen Arbeitsplätzen, Grossraumbüros und Home-Office-Angeboten geht ein Teil dieser Zugehörigkeit verloren (so wurde es an der Tagung postuliert). Ein wichtiger Bestandteil dieser Verwurzelung ist nicht mehr da. Ich kann mir als Coach sehr gut vorstellen, dass ältere Arbeitnehmer mit dieser Situation Mühe haben (ich gehöre auch dazu :-)). Mit den agilen Methoden wie Scrum will man wieder eine grössere Verwurzelung des Individuums mit der Firma (dem Produkt) postulieren. Scrum funktioniert am besten, wenn man einen Teamraum hat und dort physisch vor Ort zusammen arbeitet. Der Austausch soll möglichst face2face stattfinden, so dass alle Kommunikationsebenen zum Zug kommen. Also klar ein Trend weg vom mobilen Arbeitsplatz.

Ich hab an der Tagung gelernt, dass Soziale Arbeit viel Gemeinsamkeiten mit Agilität hat. Aber in beiden Welten sehr unterschiedliche Vokabularien verwendet werden. Und es hier noch ganz viel zu erforschen gibt ;-).

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Das Ikigai Konzept, oder warum ich morgens aufstehe

Auf der Webseite des WEF Forums bin ich auf einen Beitrag gestossen.

Da wurde das Ikigai Konzept aus Japan vorgestellt. Es ist eine Visualisierung, warum ein Mensch morgens aufsteht und warum er in seinem Leben einen Sinn finden kann/soll.

Spannend finde ich vor allem die Zonen in welchen ein Teil der Hauptkreise fehlt. Also die Hauptkreise;  „Ich bin gut darin“, „Was ich liebe“, „Wofür ich mich berufen fühle“  bilden eine Schnittmenge, aber der Kreis „Wofür ich bezahlt werde“ ist beispielsweise nicht enthalten.  Wenn meine Freizeitaktivitäten in diesem Bereich angesiedelt sind. Prima.

Auf einer persönlichen Perspektive kann aus der Visualisierung sehr viel entnommen werden um sich über seine berufliche oder private Situation zu reflektieren.

Aus meiner Arbeit als Coach habe ich mir immer überlegt, was sind die Faktoren die aus einem Produkt eine „Wow-Produkt“ machen. Wenn wir in der agilen Welt den Benutzerzentrierten Ansatz ernst nehmen, dann müssten Produkte eigentlich auch dem Ikigai Konzept folgen.

Im kommerziellen Umfeld ist es dann natürlich sehr übel, wenn wir im Hauptkreis „Wofür ich bezahlt werde“ keine Argumente finde. Ich werde in den kommenden Wochen bei Itaeration Zero Events und Produktentwicklungs Mandaten auf die Ikigai Kreise achten. Mal sehen ob das einen Zusammenhang hat.

Wer bereits Erfahrungen oder Ideen hat, hinterlasst einen Kommentar.

 

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