Ein Leadership-Impuls zum Jahresende
Das Jahr neigt sich dem Ende zu. In den Führungsetagen und Team-Meetings werden jetzt die Strategien für das nächste Jahr festgezurrt. Budgets, Meilensteine, KPIs. Wir verbringen 90% unserer Zeit damit, zu planen, was wir tun werden.
Aber wie viel Zeit verbringst du damit, dich vorzubereiten, wie du diesen Momenten begegnen willst?
Führung ist keine Checkliste. Führung ist Präsenz. Der englische Begriff „Showing Up“ beschreibt das perfekt. Es geht nicht nur darum, körperlich anwesend zu sein, sondern darum, mit welcher Energie, Haltung und Absicht du den Raum betrittst.
Nutzen wir die Ruhe zwischen den Jahren für eine andere Art der Vorbereitung. Nicht für den perfekten Plan, sondern für die perfekte Präsenz.
Hier ist ein 3-Schritte-Prozess, um dein „Show Up“ für das neue Jahr zu definieren.

1. Die Rückschau: Sammle „Datenpunkte“ statt Urteile
Bevor wir nach vorne schauen, blicken wir zurück. Aber nicht auf die Umsatzzahlen, sondern auf dich.
Betrachte das vergangene Jahr wie ein Forscher. Suche nach Datenpunkten in deinem Verhalten.
- Erinnere dich an einen Moment, in dem du dich als Führungskraft absolut stimmig gefühlt hast. Wie warst du da?
- Erinnere dich an einen Moment im Team, der „knirschte“. Wie warst du da? Gestresst? Verschlossen?
- Wie hast du auf Druck reagiert?
Der Schlüssel: Bewerte nicht („Das war schlecht“), sondern beobachte („Da war ich kurz angebunden und meine Schultern waren hochgezogen“). Diese Datenpunkte sind Gold wert. Sie zeigen dir dein aktuelles Standard-Muster.
2. Die Absicht: Ambition statt starrer Plan
Wir wissen alle: Pläne überleben selten den ersten Kontakt mit der Realität. Eine Intention (Absicht) hingegen ist wie ein Kompass – sie funktioniert auch im Chaos.
Frage dich für das neue Jahr: Wer will ich für mein Team sein?
Es geht hier nicht um eine To-Do-Liste. Es geht um eine Ambition für deine Wirkung.
- Möchte ich der Fels in der Brandung sein, der Ruhe ausstrahlt?
- Möchte ich der Funke sein, der Innovation entzündet?
- Möchte ich der Zuhörer sein, bei dem sich alle sicher fühlen?
Definiere diese Ambition klar. „Ich will als eine Führungskraft ‚auftauchen‘ (show up), die Klarheit und Wärme verbindet.“ Das ist dein Nordstern.
3. Das „Show Up“: Verkörpere deine Absicht
Jetzt wird es konkret. Eine Absicht im Kopf reicht nicht, sie muss im Raum spürbar werden. Hier übersetzen wir die Ambition in physische Realität. Dein Körper kommuniziert, bevor du das erste Wort sagst.
Wie bereitest du dich also auf den nächsten großen Moment vor? Indem du dein „Show Up“ bewusst gestaltest:
- Körper & Haltung: Passt deine Haltung zu deiner Absicht? Wenn du Offenheit willst, kannst du nicht mit verschränkten Armen dasitzen. Wenn du Stabilität willst, stelle beide Füße fest auf den Boden. Richte dich auf.
- Mimik: Ist dein Gesicht entspannt oder spiegelt es den Stress der letzten E-Mail wider? Ein bewusster Atemzug kann die Gesichtszüge weicher machen.
- Wortwahl & Tonfall: Welche Worte unterstützen deine Absicht? Wählst du Worte der Verbindung („Wir“, „Zusammen“) oder der Trennung? Ist deine Stimme hastig oder nimmst du dir Raum?
Fazit: Dein „Show Up“ ist deine Entscheidung
Wir können nicht kontrollieren, was die Wirtschaft macht oder welche Krisen das nächste Jahr bringt. Aber wir haben zu 100% unter Kontrolle, wie wir diesen Umständen begegnen.
Bevor du im Januar das erste Meeting startest oder das erste schwierige Gespräch führst, nimm dir zwei Minuten. Nicht für die Agenda. Sondern für dich.
- Checke deine Datenpunkte (Wie fühle ich mich gerade?).
- Setze deine Intention (Wer will ich jetzt sein?).
- Justiere dein „Show Up“ (Haltung, Atmung, Fokus).
Führung beginnt innen. How will you show up in 202X?