Meetup mit Hendrik Kniberg

Am 28. Februar 2019 durfte ich Hendrik persönlich in Davos kennenlernen. Er ist ein sehr populärer Agile Coach, der Firmen auf der ganzen Welt in ihrer Verändung unterstützt.

Am allermeisten hat mich bedeindruckt, wie Hendrik trotz seinem Helden-Status sehr demütig und einfach geblieben ist. Er hat offen und kritisch mit uns seine Erfahrungen als Agile Coach reflektiert und uns einen Ausblick gegeben, wie er die Weiterentwicklung des Hype-Themas „Agilität“ sieht.

Seine 3 Ratschläge an uns:

  1. Bleib gesund und schau gut zu Dir. Nur als gesunder Coach kannst Du weiterhin anderen Firmen / Menschen erfolgreich helfen.
  2. Das was aus Dir ein guter Coach macht wird mal Dein grösstes Hindernis sein.
  3. Verkaufe keine Lösungen, verkaufe Probleme.

Hendrik’s Ratschläge haben in meinem Kopf über mehrere Tage gegärt und es ist folgendes dabei rausgekommen:

Nr. 1 – Bleib gesund!

Wie wahr und oft vergesse ich es in der Hektik des Alltages wieder!

Nr. 2 – Die Schlüssel-Eigenschaft, die Dich aus behindern wird.

Hier tendiere ich dazu bei mir das Helfersyndrom zu adressieren ;-). Ich als Coach habe die Fähigkeit vieles auf einer Metaebene analyiseren und reflektieren zu können. Damit kann ich meinen Kunden einen neuen Blickwinkel auf Ihre Situation aufzeigen. Diese neue Brille erlaubt Ihnen neue Handlungsoptionen zu Erlangen, was Sie (hoffentlich) einen Schritt vorwärts bringt. Macht das süchtig? Ja, manchmal schon einwenig :-).

Und dieses „helfen wollen“ ist oft auch das, was mir dann den Ärmel reinnimmt. Ich ertappe mich ganz oft dabei, dass ich mich aktiv abgrenzen muss. Ich darf nicht im System des Kunden sein, sonst verliere ich meine Meta-Brille und kann dem Kunden nicht mehr optimal betreuen.

Dies ist meine persönliche Interpretation von Punkt Nr. 2. Wie sieht Deine aus?

Nr. 3 – Verkaufe keine Lösungen, verkaufe Probleme.

Dies habe ich bereits selbst vor einiger Zeit entdeckt und probiere danach zu handeln.

Mein Auftrag als Coach verstehe ich darin mit meinem Kunden Ihr Problem zu analysieren. Anschliessend befähige ich den Kunden Seine Lösung selbst zu entdecken und zu gestalten. Tönt einfach, ist aber manchmal echt schwierig umzusetzen.

Warum mache ich das? Weil so das Commitment und die Energie vom Kunden zu SEINER Lösung viel grösser ist. Und ich davon ausgehe, dass dadurch eine grössere Nachhaltigkeit der Lösung gewährleistet wird.

So, das mal soweit mein Resümee zum Meetup mit Hendrik.

Und falls Du Dich jetzt fragst, wo so coole Meetup’s ausgeschrieben werden:

Für die Berner:

https://www.meetup.com/de-DE/Scrum-User-Group-Bern-Scrum-Alliance/

Für die Zürcher:

https://www.meetup.com/de-DE/Scrum-User-Group-Zurich-Scrum-Alliance/


1+

Fundgrube der Potentiale

Seit mehreren Jahren darf ich Teams beim Start in die agile Produktentwicklung unterstützen. Sehr oft führe ich zu Beginn eine Iteration Zero durch. Dabei gehen wir gemeinsam den Weg von einer Produktidee über die Produktvision mit Kundenfokus zum initialen MVP-Produkt-Backlog.

Der Fokus dieser Startphase lag bis jetzt bei mir darin das Team zu Formen und ihnen eine vergemeinschaftete Produktvision mitzugeben. Dabei habe ich mich sehr stark auf den Kunden, die Wertschöpfung und das neue Produkt fokussiert. In diesem starken gemeinsamen Committment habe ich ein sehr grosse Energiequelle für die weitere Produktentwicklung gesehen.

Bei meiner letzen Iteration Zero Ende Januar 2019 habe ich diesen Fokus erstmals neu auf das Kundenerlebnis gelegt. Ich habe mit dem Team zuerst das bestehende Kundenerlebnis / den IST-Prozess analysiert und die Painpoints rausgearbeitet. Dabei haben wir einen Film zum bestehenden Kundenerlebnis angeschaut, Konkurrenzprodukte unter die Lupe genommen und dann gemeinsam an einer grossen Wand das Kundenerlebnis aus der Perspektive der unterschiedlichen Akteure visualisiert. (Das Produkt ist ein Medizinprodukt mit Akteur Zahnarzt, Assistent, Patient.) Während dem ganzen Workshop war auch ein Kunde anwesend, der laufend die Ergebnisse mitgestaltet hat.

Als nächster Schritt haben wir dann mit Design Thinking Methoden neue Produktideen generiert. Da wir vorab den Fokus auf den Prozess gelegt hatte sind ganz viele Ideen zur Verbesserung des Prozesses entstanden. Das Produkt per se ist in den Hintergrund gerückt, da das wahre Potential für die Verbesserung im Prozess lag.

Diese Iteration Zero mit Fokus auf Solution / Prozessverbesserung hat mich stark zum Reflektieren angeregt. Mein Fazit bis jetzt: das wahre Potential für Verbesserungen liegt oftmals nicht bei einem Produkt selbst. Dies ist viel zu kurz gedacht. Viel mehr muss der Wertschöpfungsprozess für den Kunden in den Fokus rücken und echte Verbesserung innerhalb dieses Prozesses stattfinden. Dort sind die wahren Schätze verborgen ;-).

Die Konsequenz daraus ist, dass ich beim Design einer Iteration Zero mit dem Auftraggeber noch viel stärker die Integration eines Kunden, bzw. die Auseinandersetzung mit dem Kundenerlebnis im Workshop einfordere. Mal schauen, wo mich das noch hinbringt.


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Bin ich schon agil oder tue ich nur so?

Wie Ying und Yang setzt sich die agile Arbeitsweise aus zwei Teilen zusammen.

Auf der einen Seite haben wir die Methodik oder Praktik, die relativ einfach zu verstehen und vom handwerklichen auch rasch umzusetzen ist. Diese Eingängigkeit ist ein wichtiges Merkmal einer agilen Methode, bzw. zeichnet sie als agile Methode / Praktik aus. Diesen Teil nenne ich die Arbeitsebene oder „doing agile“.

Auf der anderen Seite haben wir die Haltung der Beteiligten und Betroffenen, die oft auch als agile Kultur umschrieben wird. Sie ist per se nicht sichtbar und hat ganz viel mit zwischenmenschlicher Interaktion zu tun. Lebe ich die agilen Werte wie Mut, Vertrauen, Fokus, Kommunikation etc. wirklich? Spreche ich z.B. in der Retrospektive die effektiven, schwierigen Probleme an oder führen wir eine Retrospektive in der Komfortzone durch, einfach damit sie durchgeführt ist. Diesen Teil  nenne ich die Kulturebene oder „being agile“.

Um diesen Sachverhalt zu Visualisieren, verwende ich den Eisberg:

oberhalb der Wasserlinie = doing agile

 

 

unterhalb der Wasserlinie = being agile

 

 

In meiner Coaching Praxis sehe ich sehr oft, dass Agilität mit dem ersten Teil, dem „doing agile“ abgehandelt wird. „Ist die Methode handwerklich in etwa korrekt eingeführt, dann sind wir agil!“

Das wahre Potential der agilen Arbeitsweise kann erst ausgeschöpft werden, wenn wir uns auch agil Verhalten. Und diese Veränderung braucht viel mehr Energie und Achtsamkeit. Und genau hier sehe ich meinen Hauptauftrag als Agile Coach. Dem Team den Raum zu Gestalten, damit sie achtsam und fokussiert diese Veränderung bewirken können.

 

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Iteration Zero in der physischen Produktentwicklung

Das Framework Iteration Zero dient dazu, die Lücke zwischen einer Produktidee und dem initialen Backlog zu schliessen.

Nachdem die Methodik seit mehreren Jahren erfolgreiche Starts in der Produktentwicklung von Software-Produkten und Strategien ermöglichte, hat sie jetzt ein neues Universum erreicht: dies der physischen Produktentwicklung.

Ich durfte bei einer internationalen Firma, die Zahnfüllungen und Zahnprothesen herstellt, zwei Produktstarts mit der Iteration Zero befeuern. Wir haben das Framework wie auf iterationzero.works beschrieben angewendet: Anhand des Elevator Pitches haben wir uns mit den Kunden und ihren Bedürfnissen auseinandergesetzt. Dazu haben wir eine Produktvision entwickelt und mittels einer Story Map das MVP erarbeitet. Dann hat uns ein Zahnarzt (Kunde :-)) besucht und wertvolles Feedback gegeben.  Das Feedback wurde von Produktteam verarbeitet und schlussendlich wurde ein initiales Backlog für den Start der agilen Produktentwicklung erstellt. Ja, richtig gelesen, auch bei der Entwicklung von Zahnfüllungen wird agil und mit Scrum entwickelt.

Das Feedback des Produktteams sowie der Stakeholder war, das mit dem Framework Iteration Zero eine neue Ära der Produktentwicklung bei ihnen in der Firma eingeläutet worden ist. Was für ein Kompliment!

Meine Learnings aus diesen Workshops sind:

  • Iteration Zero funktioniert hervorragend auch in der physischen Produktentwicklung.
  • Kundenfokus, professionelle Moderation und Validierung der Hypothesen mit den Kunden sind auch hier die Schlüssel Erfolgsfaktoren.
  • Auch hier hat sich ein enormes Commitment des Teams zu ihrem Produkt entwickelt.
  • Der Raum und die Zeit für die Zusammenarbeit an EINEM gemeinsamen Produkt wird als sehr wertschätzend wahrgenommen.

Deshalb darf ich getrost sagen: die Iteration Zero hat sich in die nächste Umlaufbahn geschossen.

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Der heilige Gral der Fokussierung

Gestern durfte ich bei einem Scrumteam coachen. Eines der grössten Probleme dieses Team ist es, dass ihre Entwickler und alle anderen im Team nur 1-2 Tage pro Woche für diese Produktentwicklung leisten können. Alle haben noch x andere Aufgaben, um die sie sich kümmern müssen. Mmhhhh… das Problem begegnet mir in letzter Zeit sehr oft.

Warum müssen wir in der Wissensarbeit immer dieses Multitasking machen? Weshalb erkennen wir nicht, wieviel Energie dabei verloren geht und ändern uns?

Beim Reflektieren ist mir eine schöne Analogie eingefallen:

Wie wäre es, wenn ein Maler 5 Kunden gleichzeitig bedienen würde? Immer streicht er bei einem Kunden eine Wand fertig, muss er bereits zum nächsten. Also alles einpacken, Anreisen, Abdeckung anbringen, Farbe neu Mischen (Achtung, hier sind schon 3 von 4 Wänden gestrichen. Es ist eine grosse Herausforderung, den exakten Farbton bereits zum 4. Mal richtig zu Mischen), die Wand streichen, wieder einpacken, zum nächsten Kunden, auspacken, abdecken, wieder mischen…..

Keiner würde so arbeiten! Alle erkennen auf einen Blick, dass dies extrem ineffizient ist.

Aber wir in der Wissensarbeit arbeiten exakt so. Und haben zusätzlich das Gefühl, dass wir das ohne grosse Ineffizienz Tipp Top hinbringen. Warum sehen wir nicht die Verschwendung? Und warum ändern wir nichts?

Und bekanntlich beginnt jede Veränderung bei einem selbst.

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Agilität meets Soziale Arbeit

Letzte Woche durfte ich (mit Ruedi) einen Workshop auf der Change Tagung für soziale Arbeit (Thema „Identität in der neuen Arbeitswelt“) anbieten.

Wo haben Agilität und Sozial Arbeit Gemeinsamkeiten?

Sinnhaftigkeit: der tiefe Wunsch nach der Sinnhaftigkeit unserer Arbeit liegt Beidem zugrunde. Sinnhaftigkeit ergibt sich oft auch mit dem Grad der Gestaltungsfreiheit. Bei agilen Methoden wird eingefordert, dass der Mitarbeiter möglichst viel Gestaltungsfreiraum hat und Verantwortung für seine Arbeit / die Teamarbeit übernehmen muss. Dies kann eine ungewohnte Situation sein, der ich als Coach Beachtung schenken muss.

Gruppen-/ Teamarbeit: in beiden Disziplinen ist das Team / die Gruppe (hier als Synonym betrachtet) des Pudels Kern. Geht Agilität ohne Team? Agilität heisst ja, Kompetenzen im Umgang mit Unsicherheit und Veränderung  erwerben, damit Komplexität gewältigt werden kann. Ich bin der Meinung, die Bewältigung von Komplexität funktioniert eh nur im Team. Und wie das Team zusammenarbeitet ist somit ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg bei der agilen Produktentwicklung.

Mobiler Arbeitsplatz: Bis anhin haben sich Arbeitnehmer stark mit ihrer Firma identifiziert. Ihr Arbeitsplatz war mehrheitlich an einem Ort, in einem Team verwurzelt. Mit den neuen, mobilen Arbeitsplätzen, Grossraumbüros und Home-Office-Angeboten geht ein Teil dieser Zugehörigkeit verloren (so wurde es an der Tagung postuliert). Ein wichtiger Bestandteil dieser Verwurzelung ist nicht mehr da. Ich kann mir als Coach sehr gut vorstellen, dass ältere Arbeitnehmer mit dieser Situation Mühe haben (ich gehöre auch dazu :-)). Mit den agilen Methoden wie Scrum will man wieder eine grössere Verwurzelung des Individuums mit der Firma (dem Produkt) postulieren. Scrum funktioniert am besten, wenn man einen Teamraum hat und dort physisch vor Ort zusammen arbeitet. Der Austausch soll möglichst face2face stattfinden, so dass alle Kommunikationsebenen zum Zug kommen. Also klar ein Trend weg vom mobilen Arbeitsplatz.

Ich hab an der Tagung gelernt, dass Soziale Arbeit viel Gemeinsamkeiten mit Agilität hat. Aber in beiden Welten sehr unterschiedliche Vokabularien verwendet werden. Und es hier noch ganz viel zu erforschen gibt ;-).

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Der Weg zum Kanban System

Mit meinem Arbeitskollegen Ivo Kronenberg habe ich während meiner Kanban-Coaching-Ausbildung den Weg zum Kanban-System strukturiert und visualisiert:

Der Weg zum Kanban System

Erstens bin ich Fan von Struktur und ich wollte dem ganzen Kanban-System-Coaching eine verständliche Struktur verleihen. Sie soll mir und dem Kunden helfen sich zurechtzufinden.

Weiter wollten wir aufzeigen, dass ein Arbeitssystem immer optimiert werden kann. Es geht somit nicht um die einmalige Einführung von Kanban sondern insbesondere um die Weiterentwicklung. Hier braucht es Disziplin, Mut und Wille.

Oft brauche ich das Bild schon bei der Auftragsklärung. So kann ich dem Kunde auf sehr einfache Art erklären, was ihn etwa so erwartet.

Im Kanban gibt es keine offiziellen Rollen. Wir haben trotzdem den Kanban Leader visualisiert, weil wir oft die Erfahrung machen, dass es jemanden im Team geben muss, der dieses Kanban hütet. Wir als Coaches sind nur sporadisch vor Ort und können diese Hüter-Rolle nicht einnehmen.

Also, feel free, dieses Big Picture zu verwenden. Feedback ist jederzeit herzlich willkommen.

 

 

 

3+

Iteration Zero hat den Theorie-Test bestanden ;-)

Heute durfte ich am Mobile Business Forum der Hochschule St. Gallen am Podiumsgespräch teilnehmen. Ich durfte dort mich als Agile Coach der SBB sowie das Framework Iteration Zero, welche ich mit Ruedi Gysi gemeinsam designed habe, präsentieren.

Hier findet ihr die aktuelle Visualisierung der Iteration Zero.

Die Iteration Zero schliesst die Lücke zwischen der Produktidee und dem Initialen Backlog. Die Erfolgsfaktoren bei einer Iteration Zero sind:

  • das Team (interdisziplinär, keine Hierarchie, kein Macht Gefüge)
  • den Zeit & Raum für die Zusammenarbeit
  • Fokus auf den Kunden und den Wert (für die Firma und/oder den Kunden)
  • professionelle Moderation der Workshops

In der HSG wird aktuell in einer Doktorarbeit das „neue“ Innovationsframework designed, welches auf der Activity Theory basiert. Auch hier finden sich die gleichen Erfolgsfaktoren wie bei der Iteration Zero:

  • die Nähe zum Kunde
  • iterative Entwicklung der Produktidee
  • Raum & Zeit zur Verfügung stellen
  • dem Team das Vertrauen und einen Geldbetrag zur Verfügung stellen, um seine Produktidee als PoC zu lancieren

Wer ist jetzt schneller, die Forschung oder das Fussvolk? 😉

Mein Fazit des heutigen Tages:

  • Beim Machen /Umsetzen blühe ich auf, ich habe grosse Mühe mit theoretischen Abhandlungen ohne Bodenhaftung
  • Lernen tun wir nur, indem wir etwas umsetzen. Und dann reflektieren ;-). Ev. umfallen und dann wieder aufstehen… Krönchen richten… und weitergehen. (Resilienz nennt sich das;-))
  • Agilität ist Tod, es lebe die Agilität!

 

1+

Auch wenn man am Gras reisst, wächst es deshalb nicht schneller

Heute hatte ich einen interessanten Austausch mit einer Kollegin. Sie ist neuer im Agile Coaching Geschäft und hat mir geschildert, dass sie teilweise die Geduld nur schwer aufbringen kann, ihre Kunden mit auf dem agilen Weg zu begleiten. Sie hat selbst so viel Feuer für die Sache und es kann ihr nicht schnell genug gehen.

Als ich mit dem Coaching gestartet bin, bzw. generell in den ersten Jahren meiner Berufszeit hatte ich sehr oft genau das gleiche Gefühl. Ich war voller Energie für ein Thema entbrannt. Damit wir als Team jeweils möglichst schnell vorwärts kamen, habe ich sehr viel von meiner eigenen Energie in die Sache gesteckt. Hab somit (alle) angetrieben.

Mit der Zeit ist mir bewusst geworden, dass dies zum einen Raubbau an meiner Energie ist und zum anderen nicht wirklich Zielführend. Muss nicht jeder den Weg selbst gehen, in seiner eigenen Geschwindigkeit? Muss ich nicht den anderen die Chance geben, ihre eigenen Erfahrungen zu machen?

Und wenn man am Gras reisst, wächst es ja deshalb nicht schneller.

Heute nehme ich mich oft bewusst zurück, lasse die anderen den Weg selbst gehen. Ich gehe als Coach neben ihnen und weise sie ab und zu auf Wegweiser, Hindernisse und Brücken hin. Mehr kann (und will) ich nicht investieren.

Dies hat zur Folge, dass meine Energiebilanz viel besser ist und meine Kollegen ihre eigenen Erfahrungen in ihrer Veränderungsgeschwindigkeit (z.B. in Richtung Agile) machen können.

Aus meiner Sicht klar eine Win-Win-Situation :-).

 

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Ausbrechen aus der Problem-Trance

Letzte Woche dürfte ich mit einer Kollegin meinen ersten, lösungsorientierten Workshop moderieren. Es war eine Offenbarung, ich habe höchstwahrscheinlich an diesem Workshop von allen Anwesenden am meisten gelernt 😜.

Wobei, ich hab schon Lösungsorientierte Tools angewendet, nie aber so bewusst.

In diesem Workshop wurden, durch diverse Inpulse, die Teilnehmer dazu angeregt, neue Lösungen zu suchen, den Lösungsraum zu Öffnen. Ein Tool war, anhand der persönlichen Werte, die sie zuerst ausgesucht haben, in Kleingruppen neue Lösungsexperimente zu designen. Z.B. Mit dem Wert Kreativität sind sie auf ganz neue Ideen gekommen. Sehr wertvolle Übung, die ganz viel Energie geliefert hat.

Ich werde zukünftig viel mehr auf die Lösungsorientierung achten und will mir dazu auch einen Werkzeugkasten anlegen. Hier schon mal ein lesenswertes Buch dazu: Solution Tools. Die 60 besten sofort einsetzbaren Workshop-Interventionen mit dem Solution-Focus, von Peter Röhrig.

 

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